Ursula Karven bricht sich das Genick

Schauspielerin Ursula Karven gehört zu den Menschen, mit denen es das Schicksal nicht sonderlich gut meint. Bei einem schweren Unfall brach sich die 55-Jährige vor zwei Jahren das Genick.

Vor vier Jahren hat sie sich im Rahmen von Dreharbeiten bei einem Reitunfall den „zweiten Nackenwirbel gebrochen, durch den die Schlagader verläuft“. Im Interview mit dem Magazin „Bunte“ erinnert sich die Yoga-Expertin jetzt an das Ausmaß der Geschichte zurück.


Sie sei „auf einem Luftbett festgeschnallt“ worden und habe eine „Halskrause mit einem Zugang für die Atemversorgung im Notfall“ angelegt bekommen. Außerdem habe sie von den Ärzten „absolutes Bewegungsverbot“ erhalten. Doch daran hielt sich die Bewegungsfanatikerin am Anfang nicht und erntete geschockte Worte einer Krankenschwester: „Sind Sie verrückt? Sie haben den gleichen Wirbel gebrochen wie Christopher Reeve!“ Der US-Schauspieler, der 2004 verstarb, war nach seinem Reitunfall 1995 vom Hals abwärts gelähmt. „Erst da sickerte langsam die Erkenntnis bei mir durch, was passiert war“, erzählt Karven.

„Mein Glück war, dass der Wirbel längs und nicht quer gebrochen war wie bei ihm. Ich hatte einen glatten Genickbruch und keine Partikel, die auf die Schlagader drückten. Sonst hätte ich den gleichen Leidensweg vor mir gehabt wie der ‚Superman‘-Darsteller oder es hätte noch in dieser Nacht keine Rettung gegeben“, sagt sie weiter.


Nach ihrem Aufenthalt in der Klinik war der Spuck noch nicht vorbei: „Zwölf Wochen musste ich die Halskrause tragen und durfte meine Wohnung nicht verlassen“, erinnert sie sich. Albträume und Sehstörungen ließen sei Angst bekommen „dass es doch zu einer Hirnschädigung gekommen war“. Besonders viel Angst bekam sie aber erst an dem Tag, als die Halskrause abgenommen wurde und ihr Arzt ihr riet: „Bitte jetzt nicht schubsen lassen!“ Karven litt damals unter eine posttraumatischen Belastungsstörung, die ihr den Alltag enorm erschwerte. „Ich konnte die Ängste nicht mehr kontrollieren.“ Das war auch der Grund, warum sie sich „professionelle Hilfe bei einem Therapeuten gesucht und akribisch alles, was mir geholfen hat, aufgeschrieben“ hatte. Nachzulesen ist das nun in ihrem Buch „Diese verdammten Ängste.“