Urenkel des Reichskanzlers von Bismarck ist verstorben

Er war der Urenkel des ersten Reichskanzlers des Deutschen Reiches und gehörte zum deutschen alteingesessenen Adels Deutschlands. Nun bestätigte seine Familie den Tod des Fürsten.

Ferdinand von Bismarck wurde 88 Jahre alt. Der Fürst verstarb am Dienstag den 23. Juli in Reinbek/Hamburg im Sankt Adolf Stift. Bisher gibt es noch keine genaueren Details zum Tod des Familienoberhauptes. Die Geschichte der von Bismarcks geht auf eine über 750 Jahre lange Dynastie zurück. Erste urkundliche Erwähnung des Familiennamens stammt von 1270. Der erste von Bismarck, ein Herebord, war Leiter der Gewandschneider-Gilde in Stendal.
Der berühmteste Bismarck ist aber mit Abstand Otto Fürst von Bismarck, der von 1871 bis 1890 Reichskanzler des Deutschen Reiches war. Ihm verdankt Deutschland unter anderem das erste Sozialversicherungsgesetz.

Ferdinand von Bismarck wurde am 22. November 1930 in London geboren. Sein Vater, Otto von Bismarck, arbeitete als Diplomat in Großbritannien.
Der junge Ferdinand verbrachte seine Schulzeit in Deutschland und Schweden und schloss seine Zeit mit dem Abitur an der Internatsschule Salem ab. Für eine Zeit ging der junge Mann dann nach Brasilien, um dort auf einer Kaffeeplantage zu arbeiten. Zurückgekehrt begann Ferdinand mit einer Ausbildung als Bankangestellter und entschloss sich danach Rechtswissenschaften und Volkswirtschaft in Köln und Freiburg zu studieren.
1960 heiratete Ferdinand die belgische Comtesse Elisabeth Lippens. Mit ihr hatte der Fürst vier Kinder Carl-Eduard (* 1961), Gottfried (1962–2007), Gregor (* 1964) und Vanessa (* 1971).

Fürst Ferdinand von Bismarck übernahm nach dem Verscheiden seines Vaters, Otto von Bismarck, den Sitz als Familienoberhaupt der alten Familie. Sein Vater war Diplomat, doch Ferdinand arbeitete als Rechtsanwalt und lebte mit seiner Frau Elisabeth und den vier Kindern auf dem Schloss Friedrichsruh, nur wenige Kilometer entfernt von Hamburg.

Die Familie trauert um den Verlust des Vaters und Ehemanns.