Trotz Impfung: Deutscher TV-Star stirbt an Covid-19

Er mochte es komisch – umso unglaublicher ist es, wie das Leben von Wilfried Dziallas nun im Alter von 77 Jahren endete. Der beliebte „Großstadtrevier“-Schauspieler starb am vergangenen Sonntag in seiner Heimatstadt Hamburg. Der Grund: Corona!

Dies bestätigte seine Agentin Regine Schmitz auf Nachfrage der „Bild“-Zeitung: „Ich bin so erschüttert. Er war doppelt geimpft. Sein Tod macht mich unglaublich betroffen.“ Es gibt sie also doch, die Todesfälle trotz Coronaimpfung.
Das Leben von Dziallas war beispielshaft. Schon als kleiner Junge hatte er den großen Wunsch einmal die Bühnen der Welt zu erobern. Mit neun Jahren inszenierte er erstmals den fünften Streich von Buschs „Max und Moritz“. Trotz mäßigem Erfolg war das der Einstieg in eine beispielhafte Karriere.

Doch zuerst folgte der gut bürgerliche Weg: Er besuchte das Gymnasium und absolvierte im Anschluss eine Kaufmanns-Ausbildung. Danach studierte er sogar noch Volkswirtschaft in den USA – parallel nahm er aber bereits Schauspielunterricht. Denn sein Weg war für ihn klar: Er wollte Schauspieler werden.

An das „Ohnsorg“-Theater brachte ihn dann vor etwa 35 Jahren aber ein wirklich glücklicher Zufall: Ein Regisseur war krank und Dziallas bot sich als Ersatz an. Ein riesiger Erfolg, denn er durfte bleiben. Erst als Gast, dann als Ensemble-Mitglied, Regisseur, Schauspieler und auch Autor.

Vor 17 Jahren dann wollte er es auch im TV wissen und übernahm für drei Jahre die Rolle des Revierleiters Bernd Voss im „Großstadtrevier“. Diese Rolle machte ihn zum Gesicht Hamburgs.

„Er war ein hervorragender Theaterschauspieler, passte wunderbar in die ‚Großstadtrevier‘-Familie. Es war eine Freude, mit ihm zu arbeiten. Ein Mann mit Herz, ein großer Verlust“, sagt Produktionsleiter Joerg Pawlik.

Auch Ohnsorg-Intendant Michael Lang (58) trauert: „Wilfried Dziallas war ein Glücksfall für das Ohnsorg-Theater. Wer ihn hinter den Kulissen näher kennenlernte, erlebte seinen ‚Schalk im Nacken‘, mit dem er jede noch so vertrackte Situation souverän lösen konnte. Wir verlieren einen wunderbaren Künstler, großartigen Kollegen und aufrechten, ehrlichen Freund, mit dem wir gerne ‚noch viele Pferde gestohlen‘ hätten. Wir sind in Gedanken bei seiner Familie.

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