Thomas Gottschalk: Harsche Kritik an Kanzlerkandidaten

Thomas Gottschalk (71) meldet sich nach dem zweiten TV-Triell zu Wort und zieht ein bitteres Fazit. Gleichzeitig sagt der Show-Gigant offen, wer es besser könnte und was den Kanzlerkandidaten fehlt.

Die Kanzlerkandidaten Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz trafen am Sonntag zum zweiten TV-Triell zusammen und erreichten dabei immerhin eine Einschaltquote von 11 Millionen.

Unter den Zuschauern vor dem Fernseher befand sich auch Thomas Gottschalk, der bekanntlich kein Blatt vor den Mund nimmt. Die TV-Legende gesteht, das „Chefbeamten-Chinesisch“ der Kanzlerkandidaten habe ihn gelangweilt. Geistig habe er letztlich im Laufe der Sendung abgeschaltet. „So bewirbt man sich um den Betriebsrat“, nicht zum Kanzler, findet Gottschalk, der sich selbst als „politisch interessierter Mensch“ beschreibt.

“Sie haben alle drei die Menschen verloren”, beobachtet der einstige „Wetten, dass…!?“-Moderator. Es fehle an der Leidenschaft und den Emotionen, „die ich mir wünsche von meinem künftigen Kanzler oder Kanzlerin.“ Die Menschen könne man nicht „mit einer Anhäufung von Information“ erreichen, „sondern mit einer Emotion. Die Emotion habe ich völlig vermisst”, so Gottschalk im „Bild“-Talk.

Dabei fällt ihm Söder ein, von dem er nie geglaubt hätte, dass er sich den noch mal „zum Kanzler wünschen würde“. Aber Söder könne Emotionen. „Ob das sympathisch ist, ist eine andere Sache“, fügt Gottschalk hinzu.

Inhaltlich geht Gottschalks Kritik vor allem Richtung Armin Laschet. Von dem CDU-Kandidaten, der in den Umfragewerten inzwischen rekordverdächtig abgefallen ist, hätte die TV-Legende sich klare Zusagen gewünscht. „Wir alle wissen, dass es zu einer mehr oder weniger bunten Koalition kommen muss“, weiß der 71-Jährige. Laschet hätte deshalb klar zu sagen müssen, dass er als Juniorpartner zur Verfügung stehe. „Wenn ich einer Frau einen Heiratsantrag mache, dann muss ich doch wissen und allen sagen können, was ich dann plane“, erläutert der Moderator seinen Gedankengang.

3 Kommentare

  1. Die Art und Weise wie Herr Laschet zum Kanzlerkandidaten gemacht wurde hat für mich ein merkwürdiges „Geschmäckle“. Grosse Taten gingen dem bestimmt nicht voraus. Verschwundene Klausurarbeiten, Hambacher Forst usw.
    Ist die – hier besonders die CDU – so anspruchslos geworden Herrn AL zum Kanzlerkandidaten zu küren. Wie stand neulich in einem Leserbrief der Eifeler Nachrichten

    Lasch > Lusche > Laschet !!!

  2. Thomas Gottschalk glaubt offenbar immer noch, dass seine Art, sich -auch in fortgeschrittenem Alter- in der Öffentlichkeit zu präsentieren, das „non plus ultra“ oder die „Blaupause“ sei, wie sich gleichermaßen Kanzlerkandidaten beim TV-Auftritt als Bewerber um das Bundeskanzleramt zu zeigen hätten. Für mich als Wähler ist nicht die vom äußeren Schein getragene Fassade eines mehrheitlich Nominierten entscheidend, sondern das, was die Person des Bewerbers inhaltlich aufzubieten und zu artikulieren hat. Wer „Show-Business“ als das „Mittel der Wahl“ auch den Politikern nahe legt, „bleibe besser bei seinem Leisten“ und bei RTL!

    1. Sehr wahr gesprochen. Herr Laschet hat als Einziger bis jetzt sein Kabinett genannt, das aus versierten Mitarbeitern besteht. Das muß auch eine starke Mannschaft sein, wenn wir weiter eine stabile Regierung haben wollen. Die anzugehenden Themen, Probleme und Aufgaben haben alle genannt. Es sind auch bei Allen die gleichen.

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