Susan Sideropoulos: Ihre Kinder bekommen Polizeischutz

Susan Sideropoulos ist gläubige Jüdin. In Deutschland sollte das im Jahre 2021 eigentlich kein Problem mehr sein. Doch trotzdem plagen die 41-Jährige massive Sorgen. Angefangen bei ihren Kindern. Denn die jüdische Schule ihrer Söhne wird rund um die Uhr von der Polizei bewacht.

„Ich wünschte mir, vor der Schule meiner Kinder würde keine Polizei mehr stehen müssen. Aber leider sind das Fakten, denen wir ausgeliefert sind“, offenbart sie im Interview mit der „Bild am Sonntag“.

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Sideropoulos und ihre Familie sind Juden, die ihre Religion auch leben. Dazu gehört ebenfalls, dass ihre Kinder offen mit einem Davidstern auf die Straße gehen. Immer noch ein Problem für einige Deutsche, weshalb die Polizei wegen möglicher Gewaltproblematiken gegen die Kinder auch immer an der Schule steht.

Lange war Sideropoulos Kindern das aber nicht bewusst. Liam und Joel wuchsen in dem Glauben auf, dass vor jeder Schule die Polizei steht. Aus Angst ihre Kinder zu verunsichern, hat sie das Thema lange nicht angesprochen und einfach geschwiegen. Ein Zustand, der ihr nicht nur einmal Bauchschmerzen bereitet hat. Doch sie sah auch keine vertretbare Alternative.

„Weil ich mich weigere, meine Kinder in Angst großzuziehen wurde das lange nicht thematisiert“, erklärt die Schauspielerin voller Überzeugung.

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Doch vor allem der Zugang zu Social Media habe bei ihren Kindern ein Bewusstsein für Antisemitismus hervorgerufen. „Das erste Mal, als wir das Thema besprochen haben, war nach dem Attentat in Halle. Da haben meine Kinder mich plötzlich ganz offen am Frühstückstisch gefragt: ‚Mama, warum hat ein Mann versucht, in eine Synagoge reinzukommen, um Menschen zu töten?'“ Für die 41-Jährige ist nicht allein die Tatsache schmerzhaft, dass ihre Kinder solche Fragen stellen müssen, sondern welche Ausmaße die immer größer werdende Verbreitung des Hasses auf Social Media annimmt. Ein Ende ist hier noch lange nicht in Sicht.

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