„Superminister“ Wolfgang Clement ist tot

Bundes- und NRW-Landespolitiker Wolfgang Clement ist tot. Das ehemalige SPD-Mitglied ist nach schwerer Krankheit im Alter von 80 Jahren gestorben.

Wolfgang Clement, einst nordrhein-westfälischer Ministerpräsident und Bundeswirtschaftsminister starb in der Nacht zum Sonntag, meldete seine Sprecherin. Er sei friedlich im Kreise der Familie in Bonn eingeschlafen. Clement starb nach langer schwerer Krankheit. Diesen Sommer war bekannt geworden, dass der einstige SPD-Politiker an Lungenkrebs gelitten hatte. Im Juni 2020 war er bereits sehr wackelig auf den Beinen und lehnte die meisten Interviews aus gesundheitlichen Gründen ab.

Clement wurde 1940 in Bochum geboren. Erst im Juli war er 80 Jahre alt geworden. Sein Vater – selbst Baumeister – überredete ihn, Jura zu studieren. Clement wurde später zunächst jedoch Journalist, wo er sich zum Vize-Lokalchefredakteur der „Westfälischen Rundschau“ hocharbeitete.

1989 trat Clement politisch sichtbar in Erscheinung, als der damalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident Johannes Rau ihn zum Staatssekretär ernannte. Neun Jahre später wurde Clement selbst zum Ministerpräsidenten des Landes gewählt. 2002 machte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) schließlich Clement zum Bundeswirtschaftsminister. In dieser Tätigkeit setzte er als Schröders sogenannter „Superminister für Wirtschaft und Arbeit“ die Hartz-Reformen um und blieb in dieser Rolle bis der Kanzler zurücktrat. 2008 kehrte Clement den Sozialdemokraten den Rücken. Nach internen Streitigkeiten sah sich Clement der FDP näher und unterstützte diese.

FDP-Chef Christian Lindner äußerte sich via Twitter zu Clements Ableben: „Die FDP trauert um Wolfgang Clement. Als Sozialliberaler setzte er sich Zeit seines Lebens für sozialen Aufstieg, Arbeit und Wachstum ein.“

Clement hinterlässt seine Frau Karin, fünf Töchter und 13 Enkelkinder. Wolfgang und Karin Clement hatten sich mit 16 und 18 Jahren kennengelernt und waren seit 1966 verheiratet.