Sohn von deutschem Bundespräsidenten erstochen

Tragische Momente haben sich in der Berliner Schlosspark-Klinik abgespielt. Am Dienstag ist Fritz von Weizsäcker (59), der Sohn des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, brutal ermordet worden.

Von Weizsäcker hielt Dienstagabend einen medizinischen Vortrag in der Schlosspark-Klinik, als um kurz vor 19 Uhr ein Mann aus dem Zuschauerraum mit einem Messer auf ihn losging. Für den 59-jährigen kam jede Hilfe zu spät. Er erlag seinen schweren Verletzungen noch am Tatort selbst.


Der Täter der tödlichen Messerattacke soll laut Polizei ein 57-jähriger deutscher Staatsbürger sein. Er wurde am gestrigen Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt. Angaben zu einem möglichen Motiv machten die polizeilichen Ermittler bisher nicht. Der Täter soll aus Rheinland-Pfalz stammen und dort auch seinen festen Wohnsitz haben. Seine Wohnung wird aktuell mit richterlichem Beschluss durchsucht.
„Es gibt bisher keine Schnittmenge zwischen den beiden“, sagte eine Polizeisprecherin dem Spiegel.

Beim Vorfall selbst wurde auch noch ein weiterer Mann schwer verletzt. Dabei soll es sich um einen Polizisten handeln, der privat bei dem Vortrag zugegen war. Er war auf die Bühne geeilt, um den mutmaßlichen Täter zu stoppen. Danach halfen weitere Menschen dabei, den Täter festzuhalten.
Von Weizsäcker war ein angesehener Mediziner. Seit 2005 war er Chefarzt der Abteilung Innere Medizin an der Schlosspark-Klinik. Sein Vater war von 1984 bis 1994 Bundespräsident der Republik, zuvor regierender Bürgermeister von Berlin.


Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ von Weizsäckers Familie ihre Anteilnahme ausrichten. „Es ist ein entsetzlicher Schlag für die Familie von Weizsäcker, und die Anteilnahme der Bundeskanzlerin, sicher auch der Mitglieder der Bundesregierung insgesamt, gehen an die Witwe, an die ganze Familie“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.
Auch die Berliner Universitätsklinik Charité zeigte sich auf Grund des Vorfalles „zutiefst erschüttert“. Von Weizsäcker sei ein „geschätzter und befreundeter Kollege“ gewesen. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und den Kolleginnen und Kollegen der Schlosspark-Klinik.“

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