Schauspieler gestorben: Dresdner Urgestein ist tot

Eine Dresdner Schauspielerlegende ist tot. Nach mehr als 100 Rollen starb der talentierte deutsche Schauspieler und Sprecher Hanns-Jörn Weber im Alter von 79 Jahren.

Wie das Staatsschauspiel Dresden mitteilte starb Hanns-Jörn Weber am Mittwoch. Nähere Umstände zu seinem Tod wurden nicht genannt.

Der Schauspieler war vor allem für seine Bühnentätigkeiten am Staatsschauspiel Dresden bekannt. Dort zeigte er große Wandlungsfähigkeit und überzeugte das Publikum jahrelang mit vielfältigen Rollen. Daneben wirkte er über drei Jahrzehnte hinweg an Film und Fernseh-Produktionen mit. So sah man den Schauspieler um 1990 beim „Polizeinotruf 110“. Von 2003 bis 2007 stand Weber auch für einzelne „Tatort“-Reihen vor der Kamera. Davor spielte er immer wieder einige Rollen in Fernsehfilmen und deutschen Kinoproduktionen wie „Besuch bei van Gogh“ oder „Beethoven – Tage aus meinem Leben“.

Webers größte Erfolge fanden auf der Theaterbühne statt. Zwischen 1970 bis 2007 war der Wahldresdner festes Ensemblemitglied des Staatsschauspiels Dresden. Seine größten Rollen waren unter anderem der Parzival in Christoph Heins „Die Ritter der Tafelrunde“, Peachum in Brechts „Dreigroschenoper“ oder Philipp II in Schillers „Don Karlos“.

Das Staatsschauspiel Dresden für das Weber sich auch abseits der Bühne engagierte, schrieb in seinem Nachruf: „Hanns-Jörn Weber war einer der prägenden Persönlichkeiten des Schauspielensembles. Er war unverkennbar in seiner Art Theater zu spielen und zu leben: er war eine Dresdner Schauspielerlegende.“ Weber war unter anderem über viele Jahre Mitglied des Personalrats.

Hanns-Jörn Weber, der am 16. Dezember 1941 in Bromberg geboren wurde, hatte sein Studium an der Babelsberger Filmhochschule zunächst abgebrochen. Dennoch legte er 1963 nach privatem Schauspielunterricht die Bühnenreifeprüfung ab. Anschließend arbeitete er dann am Harzer Bergtheater und an den Städtischen Bühnen Quedlinburg. Weiter ging es für Weber beim Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin und bei den Bühnen der Stadt Magdeburg. Sieben Jahre nach Abschluss der Bühnenreifeprüfung folgten Ensembles am Staatsschauspiel Dresden, wo er bis zum Ruhestand blieb.

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