Reality-TV-Star auf offener Straße zusammengeschlagen

Vor laufenden Kameras hatte Rafi Rachek in der „Bachelor in Paradise“-Kuppelshow erklärt: „Ich bin hier fehl am Platz, weil ich auf Männer und nicht auf Frauen stehe.“ Er konnte sich auch nicht vorstellen, einmal Opfer eines schwulenfeindlichen Angriffs zu werden, was nun aber mitten in Köln passiert ist.

Es ist gegen 23 Uhr am Dienstagabend, als er auf dem Weg zu seinem Freund Sam ist. Er ist auf dem Weg in die Innenstadt. Am Donnerstag hatte er dann auf seiner Instagram-Story berichtet: „Ich musste pinkeln, bin am Aachener Weiher vorbei und wollte kurz ins Gebüsch“. Mehrere Stimmen rufen dabei plötzlich aus dem Hintergrund „Schwuchtel“. Als er sich die Hose zugemacht hatte, ist etwas passiert, an das er sich nicht erinnern kann.

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WIR SIND STÄRKER ALS CORONA! 🕊 Wie ich diese Freiheit vermisse, einfach durch die Straßen zu laufenund die Sonnenstrahlen zu spüren. In zwei Tagen darf ich endlich wieder das Haus verlassen, diese Vorfreude ist unbeschreiblich, trotzdem werde ich mich natürlich nur kurz draußen aufhalten, denn wir wollen ja alle in hoffentlich nicht so ferner Zeit das Leben auch außerhalb unserer vier Wänden unter freiem Himmel, so lange wir wollen, egal an welchen Ort dieser Erde genießen, ohne irgendwelche Ängste zu haben. Dafür ist es wichtig das wir uns weiter daran halten #wirbleibenzuhause, damit wir hoffentlich ganz bald so leben können wie vorher, und damit sich das Virus nicht weiter ausbreiten kann. 🌍🌱 ____________________________________________ #ichbleibezuhause #quarantänewg #corona #loveislove

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„Ich kann mich nur noch erinnern, als ich wieder aufgewacht bin, lag ich auf dem Boden, stand unter Schock, hatte gar keine Ahnung, was gerade passiert ist“, sagte er gegenüber der „BILD“. „Man geht ja immer davon aus, dass einem so etwas nicht passiert.“ Er wollte nur noch weg und versuchte aufzustehen.
„Ich konnte aber meinen linken Arm nicht mehr bewegen, meine Finger auch nicht und ich hatte extreme Schmerzen am linken Schienbein.“ Schnell läuft er zu Straße: „Ich hatte Angst, wusste ja nicht, ob die noch da in der Nähe waren. Die müssen einfach nur brutal zugeschlagen haben und sind dann weggerannt.“

Dann ruft er Sam an, blutet derweil stark am Schienbein. Freunde bringen den 30-Jährigen in ein Klinikum in Köln-Weyertal. Dort werden bei ihm starke Prellungen am linken Arm, eine riesige Platzwunde am Schienbein und ein anschwellendes Hämatom am linken Auge diagnostiziert.

„Bis zur nächsten Woche soll der Gips noch dranbleiben, dann sehen wir nach dem Besuch beim Orthopäden weiter. Den sehe ich am Dienstag“, so Rachek. Gegen unbekannt hat er inzwischen bei der Polizei Anzeige erstattet. „Es waren in jedem Fall mehr als drei Leute. Ich hoffe ja noch, dass vielleicht jemand etwas gesehen hat. Ich hoffe, es melden sich noch Zeugen.“

Der 30-Jährige kann sich nicht erklären, warum er verprügelt wurde. Er erzählt aber: „Ich bekomme aber immer wieder Anfeindungen – auch im Netz. Nur, weil ich schwul bin.“ Im vergangenen Jahr ist die Zahl homophober Angriffe erneute in Deutschland gestiegen. Aber das irritiert Rachek besonders: „Dass so etwas gerade in Köln passiert, finde ich erschreckend. Das hätte ich mir nicht vorstellen können.“