Ramelow spielt 10 Level Candy crush während Gipfel mit Merkel

Der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow verbringt seine Zeit während entscheidenden Beratungen mit Daddeln – und das gab er auch noch selbst zu. Nur, dass seine Äußerungen durch die Medien gehen, war vermutlich nicht beabsichtigt.

Auf der Social-Media-Plattform „Clubhouse“ unterhält der „Linke“-Minister sich gerne in lockerer Stimmung mit mehreren Tausend Zuhörern. Mit leichter Zunge plauderte er auch am vergangenen Freitag über die Bund-Länder-Konferenzen mit Angela Merkel – also aktuell jenes Gremium bei dem beschlossen wird, ob und inwiefern der Lockdown verlängert wird.

Ramelow bezeichnete die Bundeskanzlerin dabei als „Merkelchen“ und belächelte die Länge der Konferenzen. Dabei schaffe er bis zu „zehn Level Candy Crush“, so der Thüringer Ministerpräsident.

Dumm nur, dass Ramelow dabei nicht achtgab, wer sich unter den Zuhörern befand. Johannes Boie, der Chefredakteur der „Welt am Sonntag“ lauschte den Ausführungen des Politikers gespannt und zitierte diese in seinem Blatt am Wochenende.

Dies wiederum löste einen Sturm der Entrüstung aus. Besonders im Thüringer Landtag kam die Meldung gar nicht gut an. Robert Martin von der FDP bemerkte via Facebook: Seine Fraktion habe viele parlamentarische Initiativen gestartet, man habe sich schon „gewundert, warum nix davon rumkommt. Jetzt wissen wir es. Ramelow verbringt in den entscheidenden Beratungen seine Zeit lieber mit Daddeln.“

„Wir haben seit #Ausbruch der ersten Pandemie-Welle mehr als 80 parlamentarische Initiativen gestartet, um #Ramelows…

Gepostet von Robert-Martin Montag MdL am Sonntag, 24. Januar 2021

Am Sonntagmorgen versuchte Ramelow in weiteren Gesprächsrunden den Schaden zu begrenzen. Doch so richtig überzeugen konnte er nicht. Ramelow beklagte auch, dass derartige Artikel die Atmosphäre der App „kaputt“ machen würden. Die AGB von „Clubhouse“ geben ihm theoretisch recht. Es ist verboten, ungefragt Unterhaltungen zu speichern oder zu zitieren. Boie verteidigte sich aber souverän: Die Pressefreiheit stehe über Firmenrichtlinien.

In der Tat: Wenn der amtshöchste Vertreter eines Landes seine Arbeitszeit mit Candy Crush verbringt, darf man durchaus davon sprechen, dass dies von begründetem öffentlichem Interesse ist.

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