Paralympics-Star nimmt Sterbehilfe in Anspruch

Bis zuletzt hatte sie die Kontrolle über ihr Leben. Doch nun beendete der weltweit bekannte Paralympics-Star Marieke Vervoort (40) ihr Leben ganz selbst bestimmt.

Bereits im Jahre 2016 hatte die querschnittsgelähmte Vervoort davon gesprochen, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Noch im selben Jahr jedoch nahm sie an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teil. Kurz danach verschlechterte sich ihr Zustand kontinuierlich. „Bis zu ihrer letzten Minute führte sie Regie über ihr Leben“, erklärte Arzt Wim Distelmann gegenüber der belgischen Zeitung „De Standaard“.


Wie gewünscht sei die Sportlerin, die seit ihrem 14. Lebensjahr querschnittsgelähmt war, mit einem Glas Sekt in der Hand gestorben. Zu den genauen Umständen der Sterbehilfe ist nichts bekannt.

Vor ihrem Freitod hakte Marieke noch den einen oder anderen Punkt auf ihrer selbst erstellten Bucket-Liste ab. Beispielsweise wagte sie einen Bungee-Sprung oder besuchte die Rennstrecke von Zolder. Dinge, die sie im Leben noch unbedingt erleben wollte und die ihr sehr wichtig zu sein schienen.

Ihre Familie wusste von ihrem Vorhaben. Trotzdem hinterließ sie jedem Mitglied einen eigenen Abschiedsbrief, der an Vervoort erinnern soll.

Die Asche der noch eigentlich recht jungen Sportlerin soll nun im Atlantik vor Lanzarote verstreut werden. So lautete ihr letzter Wunsch. Sie hatte sich gegen eine herkömmliche Ruhestätte entschieden.


Seit nun 17 Jahren ist aktive Sterbehilfe in Belgien per Gesetz erlaubt. Im Gegensatz zu Deutschland. Immer häufiger fahren Menschen, im Begriff ihr Leben beenden zu wollen, daher ins Nachbarland um friedvoll, selbst bestimmt und in Würde sterben zu können. Kritische Stimmen wünschen sich diese Möglichkeit seit Jahren auch in Deutschland.