Papst Benedikts Liebling: Der tiefe Fall des Georg Gänswein

Erzbischof Georg Gänswein ist der „George Clooney des Vatikans“, der es bis aufs Cover des Magazins „Vanity Fair“ schaffte. Jetzt wurde er unter mysteriösen Umständen direkt vom Papst gefeuert.

Gänswein war und ist die rechte Hand von Papst Benedikt XVI und gleichzeitig war er der Privatsekretär von Papst Franziskus. Mit diesem Doppeljob war er der aktuell mächtigste Deutsche (nach Benedikt) im Vatikan.

Das ist jetzt vorbei: In einer Nacht-und-Nebel Aktion hat Franziskus Gänswein gefeuert. In den offiziellen Meldungen wird die Absetzung nur mühsam hinter der Formulierung „auf unbekannte Zeit beurlaubt“ verborgen. Die italienische Presse spricht derweil Klartext: „gekündigt“, „abgesägt“…. die Einschätzung der Situation ist eindeutig. Es wird spekuliert, dass im Vatikan heimliche Ermittlungen gegen Gänswein laufen. Was deren Gegenstand ist, bleibt ungewiss. Eine mysteröse Rolle spielt auch ein Spendenskandal: Der Erzbischof von Washington Theodore McCarrick, der wegen sexuellen Übergriffen auf Priesteranwärter entlassen wurde, hatte Benedikt große Geldspenden zur Papstwahl zukommen lassen. Und über deren Verbleib hüllt sich Gänswein auch bei Presseanfragen in Schweigen.

Bereits in den letzten Jahren hatte es zahlreiche Hinweise auf massive Konflikte zwischen den beiden Päpsten Franziskus und Benedikt gegeben. Zwischen diesen beiden scheint nun Gänswein unter die Räder gekommen zu sein. Auslöser war wohl der Streit ums Zölibat: Benedikt als eiserner Verfechter des Zölibats (der sich auch aktuell einmischt) gegen Reformer Franziskus, der durchaus eine Lockerung oder Abschaffung desselben erwägt. Gänswein war hier wohl zu sehr auf Benedikts Seite so dass Franziskus ihn knallhart kalt stellte.
Ironie des Schicksals dürfte sein, dass diesem Streit nun ausgerechnet Gänswein als Verfechter des Zölibats zum Opfer fällt, „Gorgeous George“, der Bischof, der wohl die meisten weiblichen Fans weltweit aufweist.

Um seine Entscheidung gegen Gänswein zu unterstreichen, zeigt sich Papst Franziskus derweil betont herzlich mit Gänsweins Nachfolger Sekretär Gonzalo Aemilius (40) in der Öffentlichkeit.

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