Oli Pocher: seine dramatische Kindheit

Seit Corona ist Comedian Oliver Pocher (42) in aller Munde. Doch so herrlich das alles auch ist: So frei und unbeschwert lief es nicht immer in seinem Leben. Der baldige 5-fach Vater wuchs in äußerst schwierigen Verhältnissen auf. In der RTL-Doku „Absolut Oliver Pocher“ sprach er jetzt über die prägenden Jahre als Mitglied der sehr strengen Religionsgemeinschaft „Zeugen Jehovas“.

„Du feierst keine Geburtstage, kein Weihnachten, kein Ostern. Muttertag machen wir auch nicht. Wir lassen uns nicht zum Klassensprecher wählen, wir gehen nicht auf Klassenfahrten mit. Wir machen keinen Religionsunterricht, wir machen keinen Biologie-Unterricht“, berichtet Oliver über die zahlreichen Verbote aus seiner Kindheit.

„Es ist eine Palette an Sachen, die man nicht macht – und die dich komplett zum Außenseiter werden lassen. Ich hatte von vornherein die Chance und da das Glück, dass ich einen sehr ausgeprägten Charakter habe und über Humor und Comedy dann gegendrücken konnte.“ Und genau diese Art war es, die ihn in der Schule haben überleben lassen. Andere Kinder mit dieser Religion hatten nach Pochers Aussagen allerdings weniger Glück und wurden von den Mitschülern teils massiv gemobbt und gänzlich ausgegrenzt.

Pocher war 18 Jahre alt, als er aus der Gemeinschaft austrat. Seine Zeit dort hat ihn geprägt und ihn zu dem gemacht, der er heute ist: ein Comedian, der nicht immer alles so ernst nimmt und auch gerne mal Witze auf Kosten anderer macht – vielleicht um sich selbst zu schützen? Man weiß es nicht.

All das klingt jedenfalls nach einer schwierigen Kindheit und nach Folgen, mit denen Pocher vermutlich bis heute zu kämpfen hat. Bleibt zu hoffen, dass ihn und seine Familie diese Vergangenheit in der Zukunft nicht weiterhin belastet, damit seine fast fünf Kinder leicht und vorurteilsfrei aufwachsen können. Denn mit der Vergangenheit ihres Vaters haben sie wahrlich nichts zu schaffen.