Model Anja Leuenberger: „Ich wurde zweimal vergewaltigt“

Das Victoria’s Secret-Model Anja Leuenberger war noch nicht einmal volljährig, als sie das erste Mal vergewaltigt wurde. Lange Zeit hütete sie das dunkle Geheimnis und dann geschah es wieder. Erst vor kurzem fand sie den Mut, darüber zu sprechen, was ihr passiert ist.

Das 27-jährige Model Anja Leuenberger ist ein Star in der Schweiz. Seit vielen Jahren modelt sie erfolgreich, 2018 sogar für das bekannte Dessous-Lable Victoria’s Secret: Ein Durchbruch. Auf den Fotos zeigt sich Leuenberger souverän. Es ist kaum vorzustellen, welche Erfahrungen die junge Frau bereits machen musste.

 

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Leuenbergers Karriere startete mit traumatischen Ereignissen. Trotzdem ließ sie sich nicht einschüchtern und veröffentlicht nun ihr Buch, in dem sie schildert, wie es hinter der strahlenden Model-Fassade in ihr aussieht.

Im Interview mit dem Schweizer „Blick“ berichtete Leuenberger: „Mit 15 wurde ich zum ersten Mal vergewaltigt“. Die Tat geschah in einem Züricher Nachtclub. Drei Jahre später passierte es erneut. „Dieses Mal war es jemand aus der Modeindustrie. Es war jemand, dem ich vertraut habe. Er lud mich zum Abendessen ein, daraus wurde dann schnell etwas ganz anderes“, sagt das Model. Jahrelang habe sie geschwiegen. Der Schrecken saß zu tief, um darüber zu sprechen. Irgendwann vertraute Leuenberger sich ihrem Freund an: „Es tat gut, mit einem Mann darüber sprechen zu können, der Verständnis für mich hatte.“

In ihrem Buch „The Depths of My Soul“ („Die Tiefen meiner Seele“) berichtet sie über ihre dunklen Erfahrungen als Frau und Model. „Es ist an der Zeit, über so viele Dinge zu sprechen. Und sexueller Missbrauch ist eines davon“, schreibt Leuenberger auf Instagram. Dazu erklärt die 27-Jährige: „ich werde immer versuchen, eine Stimme für Andere zu sein, eine Stimme für Menschen, die versuchen zu sprechen und nicht gehört werden oder die einfach nicht sprechen können.“ Schon in der Buchbeschreibung wird klar, was sie damit meint. Dort steht: „Ich war jung, ich war pleite. Es dauerte Jahre, bis ich überhaupt etwas in mir fand, um zu sprechen. Ich schämte mich zu sehr.“