Metzelder bekommt Lasch-Urteil trotz Kinderporno-Geständnis

Ex-Deutschlandspieler Christoph Metzelder erhielt am Donnerstag ein erschreckend mildes Urteil. Dabei legte der 40-Jährige sogar ein Teilgeständnis ab: „Ich habe in diesen Chats Extrem-Fantasien ausgetauscht, dabei ging es auch um das Unaussprechliche.“

Laut Schuldspruch in seinem Kinderpornographie-Prozess bekommt der ehemalige Nationalheld zehn Monate auf Bewährung. Die Richterin begründete ihr mildes Urteil unter anderem mit Metzelders Prominenz. Da sein Verfahren von großem, öffentlichen Interesse begleitet wurde, sei er bereits umfassend bestraft und könne auf lange Zeit nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Außerdem sieht die Richterin aufrichtige Reue bei dem Verurteilten. Er habe gestanden, auf eigene Initiative eine Therapie begonnen und werde freiwillig seine Ehrungen zurückgeben – darunter der Landesverdienstorden Nordrhein-Westfalen und das Bundesverdienstkreuz.

Das wurde Metzelder zur Last gelegt:

Der Ex-Profisportler soll Kinder- und Jugendpornografie bessen und in 29 Fällen kinderpornografische Bilder und Videos per Messengerdienst an drei Frauen versendet haben. Auf diesen Aufnahmen war zu sehen, wie kleine Mädchen, nicht einmal zehn Jahre alt, Opfer von schwerem, sexuellen Missbrauch wurden.

Metzelder gestand, dass er besagte Dateien verschickte, „obwohl ich weiß, welches unsägliche Leid gegenüber Kindern hinter jeder Datei steckt. Trotz meines Engagements für Kinder. Ich akzeptiere die Strafe und bitte die Anwesenden stellvertretend für alle Opfer sexueller Gewalt um Entschuldigung. Ich hinterlasse eine Wunde, die niemals verheilen wird. Damit werde ich für den Rest meines Lebens leben müssen.“

Er habe „Extrem-Fantasien ausgetauscht, dabei ging es auch um das Unaussprechliche.“ Der Kick habe für ihn „in der Grenzüberschreitung gelegen“, nicht bei den pädophilen Inhalten. „Es hat keine Übergriffe gegenüber Kindern und Jugendlichen gegeben, es waren auch keine geplant. Trotz krassester Äußerungen in den Chats“, versicherte Metzelder. „Das hat ausschließlich in einer digitalen Parallelwelt stattgefunden.“

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Beide Seiten können dagegen noch Berufung einlegen.

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