Mega-Filmkomponist verstorben

Er war einer der ganz Großen. Nun ist der italienische Filmkomponist und Oscar-Preisträger Ennio Morricone im Alter von 91 Jahren verstorben. Dies bestätigte der Anwalt der Familie.

Er starb in der Nacht zum Montag in einer Klinik in Rom. Er sei „getröstet durch den Glauben“ und „bis zum letzten Augenblick völlig klar und von großer Würde“ gewesen.

Auch Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza verabschiedete sich von Morricone auf Twitter: „Adieu Maestro und danke für die Gefühle, die du uns geschenkt hast.“
Wenige Musiker wurden mit ihrer Filmmusik so bekannt wie Morricone. So komponierte er zum Beispiel der Musik für den Kultfilm „Spiel mir das Lied vom Tod“ (1968). Das Soundbild seiner Kompositionen war von Beginn an anders als der bis dahin bekannte Sound aus Hollywood.

So baut er beispielsweise Geräusche aus der Umwelt der Cowboys wie Kojotengeheul oder Kirchenglocken in seine Musik mit ein. Im Laufe seiner Karriere komponierte der Italiener Musik für fast 500 Filme, darunter viele Kultstreifen wie „Zwei glorreiche Halunken“, „Cinema Paradiso“ oder „Bugsy“. Erst 2017 wurde er für seinen Soundtrack zu Quentin Tarantinos „The Hateful Eight“ mit einem Oscar ausgezeichnet. Zehn Jahre zuvor wurde er schon einmal für sein Lebenswerk mit dem begehrten Goldjungen geehrt.

Gebürtig stammte Morricone aus dem römischen Stadtteil Trastevere. Seine Ausbildung als Komponist schloss er am Konservatorium in Santa Cecilia ab, sein Fokus war dabei die Trompete. 1960 begann seine schicksalhafte Zusammenarbeit mit dem italienischen Regisseur Sergio Leone. Neben „Spiel mir das Lied vom Tod“ arbeiteten sie auch bei „Eine Handvoll Dollar“ und „Zwei glorreiche Halunken“ zusammen.

„Ich arbeite nur mit Regisseuren zusammen, für die ich Freundschaft und Achtung empfinde“, hat Morricone einmal gesagt. Dazu gehörten auch Bernardo Bertolucci, Brian De Palma und Roman Polanski. Wichtig sei aber letztlich nur eins, meinte der Maestro, nämlich „dass der Komponist sich immer selbst treu bleibt“. Und genau das scheint er bis zum Ende auch gelebt zu haben.