Mega-Entertainer des deutschen TVs ist tot

Er war seine eigene Marke, doch nun ist er tot. Entertainer und Fernsehmoderator Alfred Biolek ist am Freitagmorgen friedlich in seiner Kölner Wohnung eingeschlafen. Das berichtet sein Adoptivsohn Scott Biolek-Ritchie gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Schon seit längerer Zeit soll „Bio“ gesundheitlich angeschlagen gewesen sein. Er wurde 87 Jahre alt.
Alfred Biolek galt ein Leben lang als besonderer Kenner der deutschen, amerikanischen, englischen sowie niederländischen Kulturszene. Er holte Sting ins erste Deutsche Fernsehen und empfing Weltstars wie Tina Turner in seiner Kölner Wohnung.


Alfred Biolek war homosexuell, tat sich damit aber lange schwer. Erst im Alter von 30 Jahren gestand er sich selbst ein, schwul zu sein. Öffentlich sprach er so gut wie nie darüber. Öffentlich geoutet wurde er 1991 in einer RTL-Sendung von Filmemacher Rosa von Praunheim. Dieser sagte, Biolek sei „stockschwul“. Anfangs geschockt, war Biolek etwa später aber froh über die Aussage. „Ich habe da einen Schlag bekommen, der sehr wehgetan hat, aber irgendwo hat dieser Schlag eine Verspanntheit gelöst, die danach weg war“, erklärte Biolek einmal.

Alfred Biolek war lange Zeit fester Bestandteil der Berliner Gesellschaft. Wenn er Feste gab, waren alle dabei: Regierende Bürgermeister, der Kanzler und der Bundespräsident. 2010 sollte sein bisheriges Leben eine jähe Wendung erfahren: Biolek stürzte so schwer, dass er ins Koma fiel und erst beim Schreiben seiner Biographie einen Teil seines Gedächtnis zurückerlangte. Zu diesem Zeitpunkt kehrte er Berlin den Rücken und zog sich auch aus der Öffentlichkeit zurück. „Mir war aufgefallen, dass ich in Berlin zwar sehr viele Bekannte hatte, meine richtigen Freunde aber überwiegend in Köln wohnen“ begründete Biolek seine Entscheidung.

Angst vor dem Tod hatte er nicht. Erst vor einigen Jahren sagte er: „Ich habe keine Vorstellung davon, was nach dem Tod passiert, aber ich bin ganz offen, und mit der Haltung werde ich auch das ertragen.“ Er war immer der festen Überzeugung, den Tod genauso entspannt erleben zu können, wie alle anderen Dinge in seinem Leben auch.

Die Trauer um den TV-Moderator ist in ganz Deutschland sehr groß.

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