Legendärer MDR-Moderator plötzlich verstorben

Seine besondere Stimme prägte von Anfang an die Wirkung des MDR. Zuvor hatte er sich bereits in der DDR als Kultmoderator einen Namen gemacht. Nun ist Juergen Schulz tot. Er wurde 76 Jahre alt.

Wie der MDR mitteilte, sei Schulz bereits am Samstag verstorben. Die Todesursache teilte der Sender nicht mit.

Der 76-Jährige ist eine Legende beim Mitteldeutschen Rundfunk, war er doch von Anfang an dabei und moderiert bereits am 1. Januar 1992 den Sendestart des MDRs. Dem Sender hielt er die Treue als Moderator und Nachrichtensprecher. Der MDR quittierte die Treue und betonte, man sei „Juergen Schulz in besonderer Weise verbunden“.

Im Radio moderierte Schulz die Musikshow „Sonntagsraten“, die bei den Zuhörern sehr beliebt war. Der MDR teilte in Schulz‘ Nachruf mit, dass die Sendung „Tausende“ Fan-Einsendungen gesammelt habe. Die Zuhörer hätten sich dabei nicht nur rege am Quiz beteiligt, sondern auch immer wieder das stimmliche „Charisma von Juergen Schulz“ gelobt und von „seinem heiteren, dem Leben und der Sinnlichkeit zugewandten Wesen“ geschwärmt.

Auch Kollegen trauern um den Mann mit der einprägsamen Stimme. Der Thüringer Kult-Moderator Dirk Sipp schrieb auf Facebook: „Er war ein guter Moderator. Ich habe ihm seine Geschichten abgenommen.“

Juergen Schulz, der zuletzt in Leipzig lebte, wurde 1943 in Königsberg geboren und wuchs an der Ostsee auf. Seine junge Kindheit erlebte der Moderator in der sowjetische Besatzungszone Ostpreußen. In der DDR begann schließlich Schulz‘ Karriere. Erst beim Rundfunk in Neubrandenburg, später beim Sender Leipzig von Radio DDR II. Dort machte Schulz sich als Kult-Moderator einen Namen.

1989 moderierte der Königsberger die Show „Auf eine runde halbe Stunde“, bis 1991 trat er neben Hans-Georg Ponesky die Musikshow „Alles singt“ als Co-Moderator in Erscheinung. Im DDR-Fernsehen erschien Schulz unter anderem bei „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturi Ui“ und „Pinselheinrich“.