Kinder-Interview holt Laschet völlig aus der Reserve

ProSieben ließ Kinder-Journalisten auf die Kanzlerkandidaten los. Als Armin Laschet den Minderjährigen gegenüberstand, kam es zum Eklat. Ein Mädchen brachte ihn völlig aus der Fassung als sie fragte, ob „Maaßen ein Nazi“ sei mit Anspielung auf dessen Nähe zur AfD.

Der CDU-Kandidat anwortet kurz und leise „nein“. Dann holt er aus: „Ich bin immer jemand gewesen, der gegen Nazis gekämpft hat, der auch nicht will, dass die irgendwas zu sagen haben. Mit denen reden wir nicht, mit denen machen wir gar nichts. Wir müssen gucken, dass die wieder wegkommen aus dem Parlament.“, erklärt Laschet und lächelt noch freundlich.

Doch in dem Interview, dass es bis in die „New York Times“ schaffte, verging ihm schnell das Lachen.

Der 11-jährige Romeo wollte nämlich nicht nachgeben und wiederholte mit anderen Worten: „Ist Hans-Georg Maaßen ein Rechter?“ Laschet machte einen neuen Anlauf der Umschiffung und ging in die Gegenfrage: „Kennst du den? Und warum ist das ein Rechter?“ Romeo warf die Frage zurück.

Laschet blockt weiter und wechselt das Thema, da krätscht die 11-jährige Pauline mit ein: „Aber was findest du gut an ihm?“. Der CDU-Vorsitzende macht wieder einen Bogen, betont, dass Maaßen von der Thüringer CDU gewählt wurde und sagt sogar: „Manchmal, wenn er was falsches sagt, da widerspreche ich ihm auch“, aber ein Nazi sei er nicht, „Nazis dürfen nicht in der Partei sein“.

Pauline wurde hellhörig: „Was hat er Flasches gesagt?“ Daraufhin beben Laschets Lippen, während er überlegt. Er drückt sich noch einmal um die Antwort. Doch die Kinder lassen nicht nach. Schließlich erwidert Laschet mit nicht mehr ganz so freundlichem Lächeln: „Warum soll an ihm was gut sein? Wir machen doch hier keine Werbeveranstaltung für Herrn Maaßen.“

Die Nicht-Wahlberechtigten lassen sich nicht einschüchtern: „Aber er soll doch in den Bundestag“, gibt Pauline zu Bedenken. Laschet wiederholt, dass das in Thüringen entschieden werde. Für quälende sieben Sekunden schweigt er anschließend, schaut zur Seite und kämpft mit seiner Mimik – als wollte er aufstehen und gehen. Dann findet er zu seiner Mitte zurück und sagt mit hochgezogenen Mundwinkeln: „So, habt’er noch Fragen?“

Hinterher hagelte es Spott für den Kanzlerkandidaten der CDU. Parteifreundin Karin Prien kritisierte ihrerseits ProSieben, weil die Kinder möglicherweise „instrumentalisiert“ worden seien. „So sprechen Kinder nicht, es ist ein sehr spezielles Format gewesen“, wird auch Laschet von der „Welt“ zitiert. Die hätten „so einen Knopf im Ohr gehabt“.

Der Sender sieht sich keiner Schuld bewusst. Selbstverständlich würden alle Reporter vor und während der Sendung durch Redakteure betreut. Der Knopf im Ohr sei gängige Praxis. „Diese Technik wird von nahezu allen erwachsenen Fernseh-Journalist*innen genutzt – warum sollte man also ausgerechnet zwei 11-jährigen Kindern dieses gängige Hilfsmittel verwehren?“, fragt ProSieben in seinem Statement.

Ein gleichartiges Interview mit Olaf Scholz (SPD) wurde ebenfalls von ProSieben ausgestrahlt. Er musste sich zu Putin, ertrinkenden Flüchtlingen und dem Wirecard-Skandal löchern lassen. Annalena Baerbock (Grüne) ist nächste Woche fällig.

7 Kommentare

  1. Also bei allen Respekt , es ist Unsinn es so zu bewerten..

    Was ist nur los mit unser Presse, ein Lachen wird bewerten um einen Kanzlerkandidaten zu bewerten, oh je, geht gar nicht.

  2. Herrn H.Lüdecke kann ich nur zustimmen, wie die Presse versucht die Kanzlerwahl zu manipulieren. Hoffentlich lassen sich die Wähler nicht durch diesen Unsinn beeinflussen.

  3. Sie wollen mich auch manipullieren , da Sie meinen Kommentar nicht veröffentlichen wollen. Doch ich muss doch mit dem Sternchen Name und E- Mail bestätigen, wie für halten Sie den Bürger ?

  4. Nicht nur die Pro Sieben Journalisten*innen und Vorstände missbrauchen Kinder und ihre „Marktmacht“ um Wähler*innen in ihrem Sinne zu manipulieren. Sie haben weder Charakter, noch Gewissen. Schade dass Normalos sie über Werbeeinnahmen mitfinanzieren müssen. Man müsste die Produkte jener Firmen boykottieren. Damit könnte man sie aushungern. Den Sender schalte ich aber sowieso nicht ein, deshalb kenne ich die werbenden Firmen gar nicht.

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