Jens Spahn: Das verzeiht ihm niemand – nicht mal die Kanzlerin

Ach du dickes Ei! Dieser Fehler gleicht politischem Selbstmord. Wie konnte das passieren? Der „SPIEGEL“ fordert öffentlich den Rücktritt des Gesundheitsministers. Und auch Angela Merkel soll äußerst aufgebracht sein. Spahn werde offenbar zur Belastung, hieß es.

„Es reicht, Herr Spahn!“, titelt der „SPIEGEL“. Damit attackiert eines der seriösesten Nachrichtenmagazine Deutschlands den Gesundheitsminister ganz offen und das nicht ohne Grund. Die Corona-Bilanz des CDU-Politikers ist düster: Nach eigentlich sehr erfolgreichen Maßnahmen gegen die erste Welle im letzten Frühjahr ging es nur noch bergab. Erst hatte Deutschland zu wenig Masken und Schutzausrüstung, dann wurde die Impfstoff-Bestellung vertrödelt und nun mangelt es auch an Schnelltests – weil das Gesundheitsministerium den Bestellvorgang nicht abgeschlossen hat.

Seit 1. März sollte eigentlich „jeder Bürger und jede Bürgerin zweimal wöchentlich kostenlos einen PoC-Antigen-Schnelltest durchführen lassen“ können, hatte Spahn im Februar versprochen. Doch daraus wurde nichts. Das Gesundheitsministerium hat zwar „über Rahmenverträge mit den Herstellern die Verfügbarkeit von über 500 Millionen Schnelltests für den deutschen Markt für 2021 sichergestellt“, doch bestellt wurde nicht.

Deshalb kann unter anderem das große Testen in Schulen und Kitas erst nächste Woche beginnen und das auch nicht gleich überall. Die nachträglich bestellten Tests müssen ja erst einmal verteilt werden.

Die Kanzlerin soll erzürnt sein. Wird sie den Gesundheitsminister noch vor den nächsten Wahlen austauschen? Vielleicht fragt sie mal bei Aldi nach, wer dort für die Bestellungen zuständig ist. Da gibt es nämlich jetzt schon Selbsttests.

Angela Merkel selbst steht als Regierungschefin mindestens genauso in der Kritik wie Spahn. „Eigentlich wären zwei Rücktritte fällig“, schreibt der „SPIEGEL“, nimmt sich jedoch zurück, ihren Rücktritt zu fordern. Allerdings nur aus einem Grund: Ein ungeplanter Kanzlerwechsel mitten in der Krise würde die Bundesrepublik ins Chaos stürzen. Und das, da sind sich vermutlich alle einig, ist das Letzte was Deutschland jetzt gebrauchen kann.

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