Herbert Feuerstein produzierte eigenen Nachruf

Schauspieler und Kabarettist Herbert Feuerstein wollte seine Fans noch ein letztes Mal unterhalten – und das gelang ihm. Der 83-Jährige, der am vergangenen Montag in Erftstadt (Nordrhein-Westfalen) verstarb, nahm vor rund fünf Jahren bereits seinen eigenen, knapp zweistündigen Nachruf auf. Damit wollte er sich von der Welt noch einmal verabschieden.

 

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#lebwohl #herbertfeuerstein #rip #rif du hast mich immer erheitert 😪 Ich empfehle euch Krause kommt… Mit Herbert Feuerstein anzuschauen.

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Die Tonaufnahme, die der WDR auf seiner Website veröffentlichte und die dort in voller Länge zu hören ist, startet Feuerstein mit den folgenden Worten: „Ich will nicht lange drumrum reden, ich bin jetzt tot. Und Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, werden das eines Tages auch sein. Spätestens dann sind wir quitt und vorher möchte ich Sie noch einmal 115 Minuten lang unterhalten. Gewissermaßen als 22. und letzte meiner SpielArt-Sendungen (Anmerkung: Eine Unterhaltungssendung des WDR).“

Bei dem Nachruf handelt es sich um eine Art Biographie, die Feuerstein auch aus der Ich-Perspektive spricht. „Darin biete ich Ihnen ein paar Stellen aus meinen Erinnerungen an, eingebettet in Musik, die mir naheliegt“, erklärt er.

Um sein Leben so erträglich wie nu irgend möglich aufzuzeichnen, bat er verschiedene WDR-Sprecher darum, aus seinen Erinnerungen vorzulesen. „Wenn Sie gleich eine andere Stimme als die meine hören, so ist das nur der Beweis meiner Rücksichtnahme, weil ich Ihnen nicht zumuten möchte, zwei Stunden lang eine einzige Stimme zu ertragen – und noch dazu die meine“, lautet die Begründung. „Ich habe deshalb Kollegen aus der Sprecher-Riege des WDR um ihre Leihstimmen gebeten. Angepasst an das jeweilige Alter, von dem mein Text gerade handelt.“

 

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#RIP 🥀 #Repost @wdr • • • • • • • Herbert Feuerstein ist tot • Der WDR trauert um Herbert Feuerstein. Der Erfinder von „Schmidteinander“ ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Mehr findet ihr über den Link in unserer Bio. WDR-Intendant Tom Buhrow: „Wir bedanken uns bei Herbert Feuerstein nicht nur für ‚Schmidteinander‘, eine Kult-Show, die Fernsehgeschichte geschrieben hat und vieles verändert hat. Sondern auch für seinen klugen Humor, seine herrliche Albernheit, den intelligent durchdachten Anarchismus und viele, viele höchst unterhaltsame Fernseh- und Hörfunkstunden. So oft hat er uns zum Lachen gebracht. Heute sind wir traurig.“ Der WDR sendet in Gedenken an Herbert Feuerstein heute Abend (7.10.2020) „Herr Feuerstein schreibt seinen Nachruf. Und lebt noch 2091 Tage“, ein Film von Klaus Michael Heinz. Welche Erinnerungen habt ihr an Herbert Feuerstein? Teilt sie gerne mit uns. #wdr #herbertfeuerstein #RIPHerbertFeuerstein #Schmidteinander #Entertainer #Trauer #WDRFernsehen

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In der gesamten Fassung blickt Feuerstein selbstkritisch und humorvoll auf sein eigenes Leben zurück. Er beginnt dabei mit seinem Musikstudium in Salzburg, welches er abbrach um im Anschluss zehn Jahre in New York als Journalist zu arbeiten. Danach kehrte er nach Deutschland zurück und bekam die Stelle des Chefredakteurs beim Satiremagazin „MAD“.

Erst mit Mitte 50 startete er seine Karriere beim Fernsehen.

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