Gil Ofarim als Angeklagter im Antisemitismus-Skandal

Ursprünglich sollte er das Opfer sein. Doch nun gab es eine dramatische Wende im Fall Gil Ofarim. Der Musiker muss sich jetzt nämlich wegen Verleumdung und falscher Verdächtigung vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat Anklage gegen den 39-jährigen Musiker erhoben.

Doch schauen wir uns erst einmal an, wie die Geschichte im letzten Herbst überhaupt begann. Im Oktober 2021 ereignete sich der mutmaßliche Skandal: Der Musiker hatte behauptet, man habe ihn im Hotel „Westin“ in Leipzig antisemitisch beleidigt. Ein Hotelmitarbeiter habe ihn in der Lobby dazu aufgefordert, seine Davidsternkette wegzustecken. Anderenfalls könne er in diesem Hotel nicht einchecken. Diese Geschichte veröffentlichte Ofarim kurz darauf auf seinem Instagram-Kanal.

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Augenzeugen jedoch berichteten im Anschluss, dass Ofarim gar nicht angegriffen worden war. Ganz im Gegenteil: Nur er sei auffällig geworden. Schnell bröckelte die Geschichte des jüdischen Mannes. Einer, der ebenfalls von Beginn an Zweifel an Ofarims Geschichte hatte, war auch der Zentralratspräsident Josef Schuster. Zu den aktuellen Entwicklungen sagte er am 31. März gegenüber der Deutschen Presseagentur, dass man die Anklageerhebung zur Kenntnis genommen habe. „Im Vertrauen auf unseren Rechtsstaat gilt es, keine Vorverurteilungen vorzunehmen“, erklärte er. Der Zentralrat der Juden werde das weitere Verfahren am Landgericht Leipzig mit Interesse verfolgen.

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Die Ermittlungen zu dem fünf Monate zurückliegenden Fall seien nun endgültig abgeschlossen. Ein Verfahren gegen den besagten Hotelmitarbeiter wurde eingestellt. Die Untersuchungen hätten „keinen hinreichenden Tatverdacht ergeben“, lautet die offizielle Erklärung.

Die Staatsanwaltschaft erhebt stattdessen jedoch Anklage gegen Ofarim „wegen falscher Verdächtigung und Verleumdung“. Konkret geht es nach Angaben der Staatsanwaltschaft in zwei Fällen um den Tatvorwurf der falschen Verdächtigung, davon einmal „in Tateinheit mit Verleumdung“.

Im schlimmsten Falle könnte Ofarim für die Falschaussagen ins Gefängnis gehen.

4 Kommentare

  1. hoffentlich muss er dafür ins Gefängnis – solche Aussagen – nur um sich selbst nochmal in die Öffentlichkeit zu präsentieren- sind wohl das Allerletzte und gehören bestraft.
    Schlimm ist zudem, wieweit Deutschland in solchen Fällen gekommen ist und wie solche skrupellosen Menschen versuchen, sich wegen der Schandtaten unter Hitler – Jahre später daran zu bereichern – einfach nur ekelhaft
    Gut daran ist allerdings, dass dieser angeblicher „Skandal“ genau untersucht wurde.
    Dumm gelaufen für das angebliche „Opfer“ – hoffentlich muss er dafür ins Gefängnis

    1. Vertrete die gleiche Meinung, aber vermute es wird kaum was geschehen. Vielleicht eine Geldstrafe..? Die Hotellangestellten wurden damals aber schon vor jeder Untersuchung vorverurteilt und angeprangert. Egal ob Presse, Fernsehen oder TV … Die müssten sich alle Entschultigen und den Mitarbeitewr des Hotels entschädigen. Mal sehen wie es ausgeht. Ich denke recht glimplich für den Lügner.

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