Fußball-Star outet sich als schwul

Endlich hat er den Schritt in die Öffentlichkeit gewagt und sich als schwul geoutet. Die Erleichterung sieht man Profi-Fußballer Thomas Beattie an.

Fünf Jahre nach seinem Karriere-Ende sprach der 33-Jährige nun in einem Interview mit dem US-Sportmagazin „ESPN“ über seine Homosexualität und was ihn dazu anhielt, seine sexuelle Orientierung so lange geheim zu halten.

„Normalerweise bin ich ein sehr sozialer Mensch, aber ich wurde unsozial, um Situationen zu vermeiden, die mich entlarven könnten“. Dies war auch der Grund, warum er viele Abende alleine verbrachte, statt mit seinen Teamkollegen unterwegs zu sein. Seine Orientierung wurde ihm in dieser Zeit erstmals auch selbst bewusst. „Es fühlte sich an, als ob jemand anders es gesagt hätte.“ Seit dieser Zeit sind nun bereits einige Jahre vergangen. Mutig bringt er es auf Instagram nun auch selbst auf den Punkt: „Ich bin Bruder, Sohn, Freund – und schwul!“

„Es fühlte sich nie wie eine Option an, schwul zu sein und gleichzeitig eine Karriere im Profi-Fußball zu haben“, findet Thomas Beattie auch jetzt, im Jahre 2020, noch und erklärt damit also den Grund, warum er sich nicht eher, noch während seiner aktiven Karriere als Fußballer, geoutet hatte.

Anders als in vielen anderen Branchen besteht im Fußball noch immer die Angst davor, ein schwuler Teamkollege könne die Mannschafts-Dynamik stören. „In einem sportlichen Umfeld ist das Schlimmste, was jemand sagen kann: Du bist so schwul!“ Eine Tatsache, die Beattie dazu antreibt, sich für all die Männer stark zu machen, die sich nicht trauen, zur ihrer Orientierung zu stehen. Er möchte sie ermutigen sich zu outen und steht dabei mitfühlend zur Seite.

Vor Thomas Beattie outeten sich erst neun andere Profi-Fußballer als schwul. Einer von ihnen ist der ehemalige, deutsche Nationalspieler Thomas Hitzelsberger (38). Auch er hatte erst nach dem Ende seiner Karriere den Mut dazu, sich zu outen.