Becker vor Gericht: Es wird ernst für die deutsche Tennis-Legende

Eigentlich gehört er auf den Tennisplatz und nicht ins Gefängnis. Doch das, was Boris Becker jetzt bevorsteht, könnte das Leben des Wimbledon-Siegers für immer verändern.

Becker wird vorgeworfen, 1,13 Millionen Euro (1,25 Millionen Dollar) aus dem Verkauf eines Mercedes-Autohauses, das ihm in Deutschland gehörte, unterschlagen zu haben. Außerdem soll er zwei deutsche Immobilien nicht angegeben und ein Bankdarlehen in Höhe von 825.000 Euro verschwiegen haben.

Der ehemalige Tennis-Champion Boris Becker stand am Montag (21.03.2022) in London vor Gericht, weil er dieses Vermögen vor Insolvenzverwaltern versteckt und sich seiner Verpflichtung entzogen haben soll, finanzielle Informationen zur Begleichung seiner Schulden offenzulegen.

Staatsanwältin Rebecca Chalkley sagte, zu den Vermögenswerten gehörten Trophäen wie der Wimbledon-Titel im Herreneinzel 1985 und 1989, seine Australian-Open-Trophäen von 1991 und 1996 und seine olympische Goldmedaille von 1992.

„Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er die für die Identifizierung der Vermögenswerte zuständigen Personen auf verschiedene Weise hinters Licht geführt oder ihnen den Zugang verwehrt hat“, so Chaulkley. „Die Staatsanwaltschaft behauptet, dass Herr Becker dies sowohl vor als auch nach dem Datum seiner Konkursvereinbarung getan hat, indem er Vermögenswerte oder Dinge von Wert nicht offenlegte, nicht zur Verfügung stellte, ablieferte oder entfernte.“

Insgesamt werden Becker 24 Anklagepunkte nach dem Insolvenzrecht vorgeworfen. Richterin Deborah Taylor, Recorder of Westminster, erklärte den frisch vereidigten Schöffen: „Sie müssen die Berühmtheit des Angeklagten ignorieren und ihn wie jemanden behandeln, von dem Sie noch nie gehört haben oder nicht im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht.“

Bei einer Verurteilung drohen Becker bis zu sieben Jahre Haft. Becker, der gegen Kaution auf freiem Fuß ist, streitet alle Vorwürfe ab. Erst kürzlich sagte er gegenüber Medien, dass er „großen Respekt“ vor dem Verfahren und einer möglichen Haft habe. Aber auch: „Ich bin froh, dass der Prozess jetzt endlich losgeht und das Gericht ein Urteil sprechen wird.“

Er erschien am Montag mit seiner neuen Partnerin Lilian de Carvalho Monteiro, mit der er seit über einem Jahr liiert ist. Auch Ex-Ehefrau Lilly Becker stellt sich im Prozess hinter Boris. “Es ist schwer, den Vater meines Sohnes in einer solchen Situation zu sehen. Ich blicke mit einem unwohlen Gefühl auf den Prozessbeginn”, erklärte sie gegenüber Medien.

“Der persönliche Kontakt zwischen uns bezieht sich fast ausschließlich auf unseren Sohn. Zwischen Boris und mir ist in den vergangenen Jahren bekanntlich sehr viel Unschönes passiert. Damit hat dieser Prozess aber nichts zu tun”, so das Model.

Es wird erwartet, dass der Prozess mehrere Wochen dauern wird.

Ein Kommentar

  1. Bisschen Knast würde ihm nicht schaden,aber hat ja promibonus,einen normalen kleinen Bürger sperrt man für viel weniger ein. Gibt bestimmt eine Bewährungsstrafe und seine Gläubiger schauen in die Röhre,das gleiche wie bei Wendler.

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