Erster ukrainischer Präsident ist tot

Die Ukraine hat eine wahrhaft historische Persönlichkeit verloren. „Das sind traurige Nachrichten und ein großer Verlust“, schrieb der Leiter des ukrainischen Präsidialamts. Der ehemalige Präsident Leonid Krawtschuk ist tot.

Krawtschuk war der erste Präsident der unabhängigen Ukraine. Medienberichten zufolge ist er nun im Alter von 88 Jahren nach langer Krankheit gestorben.

Der Politiker begleitete das höchste Amt in der Ukraine von 1991 bis 1994. „Er blieb seinem Land bis zum letzten Moment treu und versuchte, mit seiner Erfahrung und seinem Wissen unser Leben zu verbessern. Und das ist ihm gelungen“, sagte Vitali Klitschko über Krawtschuk. So war Krawtschuk in den vergangenen zwei Jahren bei den ständigen Gesprächen zur Beilegung des Konflikts im Donbass beteiligt.

Krawtschuks Ableben sei „ein großer Verlust für die gesamte Ukraine“, schrieb Klitschko in seinem Telegram-Kanal. Er sei es gewesen, der „den modernen ukrainischen Staat begründet“ hat.

„Danke für die friedliche Erneuerung unserer Unabhängigkeit. Wir verteidigen sie jetzt mit Waffen in unseren Händen“, schrieb Anton Heraschtschenko, einst Stellvertretender Innenminister der Ukraine. Alar Karis, Staatschef von Estland betrauert, dass Krawtschuk in diesen düsteren Zeiten von uns gegangen ist und nicht mehr erleben durfte, wie die Ukraine erneut befreit werde.

1991, kurz nachdem Krawtschuk Präsident geworden war, unterzeichnete er gemeinsam mit Russland und Belarus ein Auflösungsabkommen der Sowjetunion und gründete dabei die unabhängige Ukraine.

Mit ihm unterschrieben Boris Jelzin (Russischer Präsident zwischen 1991 und 1999) und Stanislaw Schuschkewitsch (Präsident von Belarus zwischen 1991 und 1994). Schuschkewitsch starb letzte Woche im Alter von 87 Jahren. Er war bis zuletzt politischer Gegner von Lukaschenko. Dieser sorgte dafür, dass Schuschkewitschs Bezüge nie der Inflation angepasst worden waren. So bezog Schuschkewitsch als ehemaliger Staatschef weniger als zwei Euro Pension im Monat.

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