Erdogan demütigt deutsche Spitzen-Politikerin in ihrer Rolle als EU-Kommissionspräsidentin

Ursula von der Leyen besuchte als EU-Kommissionschefin die Türkei. Gesprochen wurde über Politik, doch für Wirbel sorgte eine peinliche Szene zwischen Von der Leyen, Recep Tayyip Erdoğan und EU-Ratspräsident Charles Michel.

Als die beiden EU-Vorsitzenden nämlich bei Erdogan tagten, bot dieser nur Charles Michel einen Sessel neben sich an. Von der Leyer musste im Abseits auf einem Sofa Platz nehmen. So saßen die beiden Herren jeweils vor ihrer Flagge (Europa und Türkei), wohingegen die EU-Kommissionschefin wie ein Gast am Sofa daneben Platz nahm.

In einem 63-Sekunden-Clip ist dann auch zu sehen, wie Von der Leyen den Fauxpas mit „Ähm“ kommentiert und sich dann brav hinsetzt. Der Clip machte im Internet die Runde, wurde sogleich zum „Sofagate“ benannt und zahlreich diskutiert. Viele sehen darin einen Beweis für Erdogans herabwürdigende Einstellung gegenüber Frauen.

„Das war kein Zufall, das geschah absichtlich“, kommentierte die niederländische EU-Abgeordnete Sophie in ‚t Veld und fragte zeitgleich, warum eigentlich Michel seiner Kollegin nicht beigestanden habe. Er hätte ja um einen weiteren Sessel bitten können oder seinen hergeben. Dessen Mitarbeiter sagten auf Rückfrage, dass das protokollarisch schon in Ordnung gewesen sei. Schließlich habe Michel als Ratspräsident die Regierungschefs der EU vertreten und habe damit neben dem türkischen Staatsoberhaupt eine Sonderrolle eingenommen.

Das war allerdings nicht immer so. Fotos von früheren Treffen mit Erdogan und EU-Abgesandten zeigen: Kommissionschef Jean-Claude Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tusk wurden seinerzeit gleichwertig behandelt und saßen mit Erdogan auf Augenhöhe.

Kritik und Häme hagelte es auch Richtung Von der Leyen. Ihr „Ähm“ wird in manchem Kommentar als stellvertretend für ihre Verhandlungen mit der Türkei betrachtet. Immerhin ging es bei dem Treffen unter anderem um Frauenrechte. Denn erst kürzlich hat die Türkei die Istanbuler Konvention aufgekündigt, welche Kinder und Frauen vor Gewalt schützen soll. Die Reaktion der EU lässt sich mit „Ähm“ ganz treffend zusammenfassen.

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