Deutscher Spitzenpolitiker ist gestorben

Schon bei seinem letzten Auftritt sah er geschwächt aus. Nun ist es traurige Gewissheit. Der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen ist tot. Kurt Biedenkopf wurde 91 Jahre alt.

Biedenkopf sei friedlich im Kreise der Familie eingeschlafen, berichtete die Staatskanzlei Dresden im Auftrag seiner Familie.

Im Juli war bekannt geworden, dass der einstige CDU-Politiker ins Krankenhaus musste. Im April hatte er seinen letzten, großen, öffentlichen Auftritt, um die Ehrendoktorwürde der Universität Leipzig entgegen zu nehmen. Man konnte sehen, dass der 91-Jährige da schon von körperlichen Gebrechen gequält war.

Doch wenden wir den Blick auf sein Leben und Wirken: Bekannt ist Biedenkopf vor allem als einstiger Ministerpräsident des Freistaats Sachsen. Elf Jahre lang führte er das Land durch dick und dünn, darunter die Gründerzeit in den 1990er Jahren. Er war der erste Landeschef nach der Wende und erhielt als solcher dreimal die absolute Mehrheit der Wählerstimmen. In Sachsen nannte man ihn auch „König Kurt“.

Seine Amtszeit endete 2002 durch einen internen Machtkampf, den der frühere Finanzminister Georg Milbradt für sich gewann. Zu diesem Zeitpunkt hatten Biedenkopf unter anderem wegen seiner Ikea-Affäre an Beliebtheit eingebüßt.

Politisch aktiv blieb er auch nach seinem Ausscheiden mit 72 Jahren. In der Sachsen-CDU meldete „König Kurt“ sich immer mal wieder zu Wort, insbesondere in Krisenzeiten. Außerdem arbeitete der gebürtige Ludwigshafener weiter als Rechtsanwalt und Publizist. Er galt darüber hinaus als Professor und Förderer der Wissenschaft.

Viele deutsche Politiker würdigten Kurt Biedenkopf am Freitag. Bundeskanzlerin Angela Merkel erinnert sich an ihn als „herausragender politischer Kopf, ein Intellektueller und ein politischer Macher“, es sei „Glück“ gewesen, „dass er sich 1990 für den Freistaat Sachsen in die Verantwortung nehmen ließ“. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble bezeichnete Biedenkopf als einen der „klügsten politischen Köpfe“.

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