Deutscher Rüstungs-Boss verschollen

Er verschwindet für vier Tage, taucht dann betrunken und sichtlich verwirrt wieder auf. Im Mittelpunkt dieses Thrillers steht der 51-jährige Thorsten Kutz, Vorstandsvorsitzender von Rheinmetall, Deutschlands größtem Rüstungskonzern. Dieselbe Firma, die der deutschen Regierung angeblich 8 Leopard 1-Panzer und 100 Marder-Panzerfahrzeuge zur Lieferung an die ukrainische Armee zur Verfügung gestellt hat.

Alles begann am vergangenen 13. Mai, als die Polizei im hessischen Kassel mitteilte, dass sie nach einem Mann suche, der nicht an seinem Arbeitsplatz erschienen sei und sich nicht einmal zu den von ihm vereinbarten privaten Terminen gemeldet habe. Null Lebenszeichen selbst auf dem Handy.

Begleitet wurde die Ankündigung von einem Foto, das von einer Videokamera aufgenommen wurde und Kutz beim Abheben von Bargeld an einem Geldautomaten zeigt.

Kutz ist verantwortlich für die Panzerproduktion bei Rheinmetall und kennt viele Militärgeheimnisse der Bundeswehr. Der Verfassungsschutz stuft Kutz als Geheimnisträger ein, hatte ihn u. a. auf Zuverlässigkeit durchleuchtet.

Dann am vergangenen Sonntag (), wurde der Vorstandsvorsitzende des Rheinmetall-Konzerns von einem Polizeiauto in der Nähe der Kasseler Messe aufgespürt: Er saß in einem Auto und war betrunken. Sein Zustand war so kritisch, dass medizinische Versorgung im Krankenhaus erforderlich war.

Über die Hintergründe seines Verschwindens ist noch nichts bekannt. An Hypothesen mangelt es jedoch nicht. Tatsächlich ist Kutz kein gewöhnlicher Mann, er leitet den deutschen Rüstungsriesen seit Januar 2022. Der Zweifel lautet also: Wurde er entführt, um eine Warnung auszusprechen, oder handelt es sich um eine private Angelegenheit? Zur Zeit tappen die deutschen Sicherheitsbehörden noch im Dunkeln und schließen bislang nichts endgültig aus.

BKA, Verfassungsschutz, Generalbundesanwalt sowie Rheinmetall wollten sich auf „Bild“-Anfrage allerdings nicht äußern.

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