Boris Becker: Geht er jetzt hinter schwedische Gardinen?

Im Prozess gegen Tennislegende Boris Becker steht das Urteil unmittelbar bevor. Staatsanwältin Rebecca Chalkley resümierte in ihrem Schlussplädoyer an die Geschworenen am gestrigen Dienstag (05.04): „Das einzige Urteil, zu dem Sie in jedem Anklagepunkt kommen können, ist: schuldig!“

Das Urteil, dass das Gericht in London nun fällen wird, könnte das Leben des Boris Becker ein für alle Mal komplett verändern.

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Insgesamt 24 Punkte werden ihm zur Last gelegt – er muss sich dem Vorwurf stellen, im Zuge seines Insolvenzverfahrens Teile seines Vermögens nicht ordnungsgemäß aufgeführt zu haben. Hierfür könnten ihm angesichts ähnlicher Fälle aus der Vergangenheit jetzt bis zu sieben Jahre Haft drohen.

Die Staatsanwaltschaft geht fest davon aus, dass Becker seinem Insolvenzverwalter ganz bewusst nicht seine gesamten Wertgegenstände offengelegt hat. „Es ist nicht plausibel, dass Herr Becker nicht weiß, wo seine Trophäen sind.“ Der 54-Jährige habe zudem vorsätzlich mehrere Konten verschwiegen oder den Besitz von Immobilien verneint. All diese Vorwürfe hatte Boris zurückgewiesen und betont, er sei falsch beraten worden. Er selbst hätte keinerlei Ahnung von den finanziellen Dingen gehabt.

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„Boris Becker versucht, allen die Schuld zu geben für die Nichtangabe: seinen Beratern, seinen Anwälten, sogar (seinen Insolvenzverwaltern) – dafür, dass sie nicht die richtigen Fragen gestellt haben“, erklärt Staatsanwältin Chalkley. „Er wusste, dass er in der Pflicht (zur Angabe) war und nicht seine Berater.“

Beckers Anwalt, Jonathan Laidlaw, der nach der Staatsanwaltschaft das Wort hatte, bat die Jury um Nachsicht in diesem Fall. Es seien die besonderen Umstände des Tennisstars zu berücksichtigen. „Ich kann mir niemanden vorstellen, der ein Leben wie er geführt hat“, erklärte er. Es sei ein ungewöhnliches Leben. Wenn er oder die Geschworenen angäben, keine Kenntnis von Konten oder Immobilien zu haben, würde dieser Aussage sicher nicht geglaubt. Bei Becker aber sei dies anders: „Seine Umstände wären anders als unsere.“ Er war und ist nun einmal einfach ein Prominenter mit ganz anderen Möglichkeiten und Umständen in seinem Leben.

Die Geschworenen werden sich jetzt zurückziehen um über einen Schuld- oder Freispruch zu beraten. Erst im Anschluss setzt die zuständige Richterin, wie in England üblich, das Strafmaß fest.

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