Bollywood-Star stirbt an Corona: kurz vorher macht er noch ein Video

Er war 35 Jahre alt und einer der größten Bollywood-Stars unserer Zeit. „Ich könnte überleben, wenn ich besser behandelt würde“, sagt er in einem Video aus dem Krankenbett. Wenig später stirbt der Schauspieler.

Bollywood-Star Rahul Vohra ist tot. Er starb am Sonntag in einem Krankenhaus in Neu-Delhi, wo er wegen seiner Corona-Infektion in Behandlung war. Vom Krankenbett aus machte er ein Handyvideo und lud dies auf Facebook hoch. Man kann auch ohne Indisch-Kenntnisse erkennen, dass er um Luft ringt.

In seinem Video beklagt er die mangelhafte medizinische Versorgung in seinem Land. „Ich könnte überleben, wenn ich besser behandelt werden würde“, heißt es in dem Facebook-Beitrag. Weiter erklärt Vohra, wie wertvoll Sauerstoff gerade sei. „Ohne Masken wird den Patienten schwindelig, sie leiden.“ Er selbst unterbricht seine Worte um durch eine Sauerstoffmaske zu atmen. Es gebe aber nicht genug Masken für alle Patienten, sagt Vohra. Auch das Personal sei überlastet. Wer um Hilfe rufe, müsse warten. „Sie kommen dann in einer Stunde oder länger. Und währenddessen müssen die Patienten in ihrer Abwesenheit irgendwie zurechtkommen.“

Auf dem Video stand dem 35-jährigen Schauspieler eine Sauerstoffmaske zur Verfügung. Doch das reichte offenbar nicht, um sein Leben zu retten.

Vohras Frau Jyoti Tiwari wandte sich inzwischen vorwurfsvoll an die Öffentlichkeit. Sie schreibt: „Mein Rahul hat uns verlassen, jeder weiß das, aber niemand weiß, wie er uns verlassen hat“ und macht die Nachlässigkeit der Krankenhausbehörden für seinen Tod verantwortlich.

Die Corona-Lage in Indien ist dramatisch. Das Virus hat sich fast landesweit ausgebreitet. Gleichzeitig ist in Indien nicht gewährleistet, dass jedem Menschen medizinische Versorgung zukommt. Mit einem Massenandrang an Patienten wie aktuell sind die Krankenhäuser maßlos überlastet. Es fehlt an allem: Betten, Gerätschaften, Personal und Sauerstoff. Am Mittwoch meldete das Land mehr als 250.000 Corona-Opfer seit Beginn der Pandemie. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer deutlich höher ist, da nicht jede Infektion erfasst wird.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.