Bitterer Streit um Karl Lagerfelds Erbe

Als Modedesigner Karl Lagerfeld im letzten Jahr starb, hinterließ er der Welt eine Erbsumme in Millionenhöhe. Um den Nachlass des Modezaren streiten sich nun bis aufs Blut seine beiden Musen Baptiste Giabiconi (31) und Sébastien Jondeau (45).

Beide Männer standen Lagerfeld zur Lebzeiten besonders nahe und sind nun zerstritten. Schuld daran sind aber nicht nur die rund 400 Millionen Euro, die Lagerfeld hinterließ, sondern auch der Umgang mit seinem Ansehen. Giabiconi, sein ehemaliger Liebhaber, hatte im Frühjahr diesen Jahres die Biographie „Karl et moi“ (zu deutsch: „Karl und ich“) herausgebracht und darin viele, sehr intime Details über den verstorbenen Designer preisgegeben.


Sébastien Jondeau, sein ehemaliger enger Vertrauter und Assistent, sieht mit dem Buch das Ansehen Lagerfeld beschmutzt. Die von Lagerfeld so oft gelebte Verschwiegenheit ist in diesem Buch mit Füßen getreten worden.
So sagte Jondeau der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Nach Karls Tod traten viele Modemenschen aus der Deckung und schlachteten ihre persönlichen Begegnungen mit dem Großdesigner medial aus.“ Und genau so soll es auch Giabiconi gemacht haben. „Baptiste nutzt es aus, Lagerfeld letzter Liebhaber gewesen zu sein.“ Nun arbeitet Jondeau selbst an seiner Biographie über Lagerfeld, um sein beschmutztes Ansehen wieder zu reparieren. Ob ihm dies gelingt ist allerdings fraglich. Immerhin sind Dinge, die einmal gedruckt worden, immer irgendwo in den Hinterköpfen der Menschen.


Beide Streithähne sind im Übrigen Anwärter auf ein riesen Stück von Lagerfeld Erbe. Dieses ist nämlich noch immer nicht aufgeteilt. Wie die „Bunte“ berichtet, sollen sich die beiden Haupterben gegenseitig beschnitten haben. So sei angeblich Lagerfelds letzter Liebhaber nicht zur Testamentseröffnung geladen worden. Vermutlich ist das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch lange nicht gesprochen. Abgerechnet wird bekanntlich immer erst zum Schluss.

Kommentar hinterlassen