Barack Obama fehlte zeitlebens ein Vater

Für Barack Obama hat sein Vater einen besonders wichtigen Stellenwert. Doch nicht etwa, weil er so viel Zeit mit ihm verbrachte. Ganz im Gegenteil: Die Abwesenheit seines Vaters prägte den 44. Präsidenten der USA enorm.

Obamas Vater verließ die Familie, als sein Sohn Barack gerade einmal 2 Jahre alt war. Er traf ihn danach nur noch einmal. Ein Foto von eben jenem Treffen postete der Ex-Präsident der USA auf Instagram. Dabei grinst er in die Kamera und hält die Hand seines Vaters. Er selbst umarmt seinen auf dem Foto 10-jährigen Sohn. Eine Situation wie aus dem Leben eines glücklichen Vater-Sohn-Gespanns. Doch die Zeilen, die Obama zu diesem Foto schreibt, klären auf, wie ganz anders die Situation damals dann doch war. „Ich kannte meinen Vater nicht wirklich – er verließ meine Mutter und mich, als ich zwei Jahre alt war, und reiste nur einmal aus Kenia an, um uns zu besuchen (…). Diese Reise war das erste und letzte Mal, dass ich ihn sah; danach hörte ich von ihm nur noch durch gelegentliche Briefe, geschrieben auf dünnem blauen Luftpostpapier, das vorgedruckt war, um es zu falten und ohne Umschlag zu adressieren.“


Doch dieser kurze Besuch seines Vaters hatte einen enormen Einfluss auf den Amerikaner. An dieses einzige Treffen kann er sich noch heute genau erinnern. „Mein Vater schenkte mir meinen ersten Basketball und führte mich in den Jazz ein. Aber im Großen und Ganzen ließ mich der Besuch mit mehr Fragen zurück, als er beantwortete“, erklärt er.
Für Obama war schnell klar, dass er in seinem Leben kein männlich Vorbild haben würde und das er selbst herausfinden müsse, wie man ein Mann wird.

Die Abwesenheit seines Vaters habe Obamas gesamtes Leben geprägt. Er habe sich eine lange Zeit selbst nicht gekannt, doch er wollte herausfinden, wer er war und gab deswegen auch nie auf. „Ich weiß noch, dass ich bereits in der Highschool anfing, Fragen zu stellen – wieso war mein Vater abwesend (…), und wieso lebte ich überhaupt an einem Ort, wo nur wenige Menschen so aussahen wie ich? Viele Fragen kreisten um das Thema Hautfarbe. (…) Ich war innerlich zerrissen.“


All diese Fragen, seine innere Zerrissenheit und auch das Erleben der großen Kluft zwischen arm und reich sorgten dafür, dass Barack Obama einen unnachahmlichen Antrieb entwickelte. Einen Antrieb, der ihn 2008 dann als ersten afroamerikanischen Mann in das Weiße Haus brachte.

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