Shit-Storm statt Siegesfeiern nach „Schlag den Star“

Sylvie Meis und Lilly Becker duellierten sich am Samstag bei „Schlag den Star“. Meis gewann, doch über ihren Sieg spricht keiner. Stattdessen rollte eine Welle der Empörung über Moderator Ron Ringguth.

Mitten während der Schlacht zwischen Sylvie Meis (42) und Lilly Becker (43) machte Moderator Ron Ringguth (54) einen „Witz“ der Fremdschämen und Entsetzen auslöste. Als die beiden Niederländerinnen sich mit Kettenfahrzeugen durch den Matsch kämpften, beschlug die Scheibe an Beckers Helm. Das Model sagte „I can’t see“ („Ich kann nichts sehen“).

Ringguth griff das auf und sagte: „Nicht ‚I can’t breathe‘, sondern ‚I‘ can’t see’…“. Das Wortspiel bezieht sich auf die vielzitierten letzten Worte des Afroamerikaners George Floyd, der erstickt ist, nach dem ein Polizist mehr als acht Minuten auf seinem Hals kniete. Floyd hatte gekeucht: „I can’t breathe“ („Ich kann nicht atmen“). Der Fall hat eine weltweite Protestwelle unter dem Motto „Black Lives Matter“ („Leben von Schwarzen zählen“) ausgelöst. Auch Lilly Becker trug die Worte „#blacklivesmatter“ am Samstag auf ihrer Haut.

Auf Twitter begann noch während der Show ein wahrer Shitstorm der Empörung. Der Sender reagierte sofort und twittere selbst: „Kurz angemerkt. Dieser Satz, über den sich Twitter zu Recht aufregt, war leider sehr unnötig. Wir entschuldigen uns. Aufrichtig. Ein solcher Satz passt nicht zur Haltung von @ProSieben“.

Nur bis Ringguth dämmerte, was er da gesagt hatte, dauerte noch fast bis zum Ende der Sendung. Dann schließlich entschuldigte der Moderator sich: Der „unpassende Kommentar“ sei ihm live herausgerutscht. Er spiegele nicht seine politische Haltung und ihm sei klar, so etwas dürfe nicht passieren.

Am Ende gewann Sylvie Meis 100.000 Euro. Viel spannender war aber geworden, was Lilly Becker, die vermutlich selbst schon Erfahrungen mit Rassismus gemacht hat, zu dem Spruch zu sagen hatte. In einem exklusiven Selfie-Statement teilte sie der Bild-Zeitung noch auf dem Heimweg mit: „Ich glaube, er hat das nicht so gemeint“, die Sendung sei ja komplett live gewesen. Dann betonte sie aber doch: „Darüber macht man keine Witze!“ und sie hoffe, dass er davon gelernt habe.