Angst-Beichte: Gottschalk hat „die Orientierung“ verloren

Der taffe Thomas Gottschalk eröffnet in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung, was ihn nachts nicht schlafen lässt. Sogar einen geplanten Fernsehauftritt sagte der Entertainer ab – aus Angst vor den Konsequenzen.

Wegen seines Alters gehört TV-Urgestein Thomas Gottschalk (70) bereits zur Corona-Risikogruppe. Das Wort hasst er jedoch. Schlimmer sei nur noch die Bezeichnung „Hochbetagter“. In diesem irren Pandemie-Jahr, gesteht Gottschalk, habe er „kurz die Orientierung“ verloren. „Ich versteh‘ die Welt nicht mehr“, sagt der „Wetten, dass..?“-Moderator ganz offen. Sein Problem ist nicht die Angst vor der Krankheit oder die scharfen Maßnahmen dagegen, sondern die kritische Gesellschaft, die wir geworden sind und die Anfeindungen, die in Sozialen Medien verbreitet werden.

So habe er vor kurzem in seiner Radiosendung das Lied „Driving Home for Christmas“ (deutsch: Ich fahre zu Weihnachten nach Hause) gespielt. Danach habe der Moderator böses Feedback erhalten, dass er in Zeiten des Lockdowns falsche Signale senden würde. „Ich hab‘ mich gar nicht erst gerechtfertigt, sondern sofort entschuldigt“, sagt Gottschalk, der früher ganz anders mit solchen Situationen umgegangen ist.

Ein anderes Beispiel sei, was seinem Kollegen Alexander Klaws (37) widerfahren ist, nachdem dieser für die Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg sein Gesicht dunkel schminkte, um wie ein Indianer auszusehen. Der Entertainer wurde daraufhin mit Rassismus-Vorwürfen konfrontiert – was Gottschalk nicht mehr nachvollziehen könne. „Ich glaube nicht, dass irgendeinem Indianer irgendwo deswegen eine Feder aus dem Schmuck gefallen ist, aber vielleicht bin ich immer noch nicht sensibel genug“, sagt der 70-Jährige.

An Corona belastet ihn vor allem das Kontaktverbot, weil er sehr gesellig sei, berichtet der Moderator weiter. Er sei ein Befürworter der Impfung und hatte sogar überlegt ob er sich in seiner Sendung am Montag öffentlichkeitswirksam impfen lasse. „Den rettenden Pieks hätte ich schon gern, aber nicht um diesen Preis“, sagt Gottschalk und mit Preis meint er die Reaktion des Publikums. „Früher hätte ich mich das getraut, aber heute nicht mehr. Das hätte einen ausgewachsenen Shitstorm gegeben.“

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