Angela Merkel hält Rede der Verzweiflung

Noch nie hat man Angela Merkel so emotional gesehen wie heute. In einer einmaligen Rede bricht sogar ihre Stimme als sie sagt: „Was wird man denn im Rückblick auf ein Jahrhundert-Ereignis über uns sagen, wenn wir nicht in der Lage waren, für diese drei Tage noch irgendeine Lösung zu finden?“

Gemeint ist natürlich die Pandemie, die steigenden Zahlen der Infizierten und der Toten und die Vorweihnachtszeit, in der Merkel auf soziale Zurückhaltung hofft: „Wenn die Wissenschaft uns geradezu anfleht, vor Weihnachten, bevor man Oma und Opa sieht, eine Woche der Kontaktreduzierung zu ermöglichen“, sagt Merkel und faltet die Hände wie zum Gebet, „dann sollten wir vielleicht doch noch einmal nachdenken, ob wir nicht irgendeinen Weg finden die Ferien nicht am 19., sondern schon am 16. Dezember beginnen zu lassen.“ Dann gibt sie zu, dass sie keine Kompetenz habe, über die Ausführung der Schulpflicht zu entscheiden, bittet aber verzweifelt um eine Lösung für diese drei Tage. Ihr Appell richtet sich damit an die Länder, die Verantwortlichen im Schulsystem und jeden Einzelnen, der an Weihnachten gefährdete Personen besuchen will.

Mit erschlagender Ehrlichkeit bekennt sie: „Ich halte es auch für richtig, die Schulen – etwa durch Verlängerung der Ferien – zu schließen bis zum 10. Januar oder aber Digitalunterricht zu machen oder was auch immer. Das ist egal, wir brauchen aber Kontaktreduzierungen.“

Die Kanzlerin wird so emotional, weil sie machtlos zusehen muss, wie die Todeszahlen seit Wochen in die Höhe schnellen. Das Kanzleramt hat nämlich keine Ermächtigung, sich in die Gesetze der Länder einzumischen, geschweige denn Grundrechte aufzuheben.

Erst heute meldete das Robert-Koch-Institut einen neuen traurigen Rekord von 590 Corona-Opfern binnen 24 Stunden. Merkel mit Bezug auf die Vorweihnachtsaktivitäten, die sich nicht mit den Corona-Regeln vereinbaren lassen: „Es tut mir leid, es tut mir wirklich im Herzen leid! Aber wenn wir dafür den Preis zahlen, dass wir Todeszahlen von am Tag 590 Menschen haben, dann ist das nicht akzeptabel.“

Das könnte Sie auch interessieren:

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.